2.000 KRANICHE FLIEGEN ZU KRIEGS-KINDERN


Die
Geschichte der Kraniche beginnt in Hiroshima. Sadako,
ein 7-jähriges Mädchen das zunächst den Atombombenabwurf überlebt, erkrankt
kurze Zeit später an Krebs. Sie beginnt 1.000 Kraniche zu falten, denn die Sage
besagt, wenn 1.000 Kraniche gefaltet werden, erfüllt sich ein Wunsch.
Ihr Wunsch war es weiterzuleben, aber leider hat sie die Krankheit nicht überlebt.
Ihre Freunde haben daraufhin die Kraniche für Sadako
weitergefaltet mit dem Wunsch dass endlich Frieden herrsche und zum Gedenken an
Sadako…
Heute
schreibt das CVJM-Friedensnetz e.V. die Geschichte der Kraniche weiter: Korakh ist ein Dorf 25 km östlich der Stadt Herat in Afghanistan. In
der neuen Schule sind ca. 200 Schüler, wovon fast die Hälfte Mädchen sind. Die
Menschen in dieser Region sind sehr arm, und viele arbeiten als Landarbeiter
bei Grundbesitzern. Das Gebäude der Schule wurde vor vier Jahren mit Unterstützung
aus Deutschland gebaut.
In der Region
Herat (in der auch Korakh
liegt) gab es schon vor der sowjetischen Invasion Afghanistans Ende 1979 eine
umfangreiche Präsenz von sowjetischen Beratern mit ihren Familien in Herat. Insgesamt gab es im sowjetisch-afghanischem Krieg
auf sowjetischer Seite von der Invasion 1979 bis zum Abzug der Truppen im Jahre
1989 ca. 15.000 Opfer und auf der afghanischen Seite 1-11/2 Millionen Bürger.
Weitere 5 Millionen flohen aus Afghanistan. Dieses Traumata auf beiden Seiten
besteht bis heute. Dies konnten wir bei unserer seit 20 Jahren bestehenden Partnerschaft
mit dem CVJM in Belarus/ Weißrussland erfahren. Noch heute fällt es vielen
Menschen schwer über ihre Erlebnisse zu berichten
20
Jahre nach dem Abzug der Sowjets stellt Deutschland nun Truppen in Afghanistan. Wir befürchten, dass die
gleichen Fehler die damals diesen erbarmungslosen Krieg Nahrung gaben, in der
heutigen Zeit wiederholt werden. Scheinbar hat keiner aus diesen Fehlern gelernt! Dies
ist Grund genug für uns gemeinsam mit unseren Partnern aus Belarus ein
gemeinsames Friedenssymbol nach Afghanistan zu senden. Wir wollen 2.000
Kraniche der Opfergruppe zukommen lassen, die am stärksten unter den Folgen
leiden muss und am wenigsten für den Krieg kann: Kindern.
Während
des Kirchentages wurden dazu von den Besuchern 1.000 Kraniche gefaltet. Zeitgleich
fand in Belarus/ Weißrussland eine ähnliche Falt-Aktion statt. Auch dort wurden
1.000 Kraniche gefaltet. Diese 2.000 Kraniche werden nun im Juni auf die
Reise zu der Schule in Afghanistan gehen und so ein Friedensymbol dorthin
tragen.
Wolfgang
Huber, Bischof und Ratsvorsitzender der evangelischen Kirche in Deutschland ließ es sich deshalb nicht nehmen
und kam eigens zum Stand des CVJM-Friedensnetz e.V. um sich von dessen
Geschäftsführer Jan-Hinnerk Scholljegerdes
in die Idee des Projektes und in die Falttechnik einweisen zu lassen. Sein
Kranich sollte der 1.000 sein. Somit konnten wir durch die Hilfe vieler
fleißiger Hände tatsächlich unser Ziel erreichen.
Wir
hoffen damit ein kleines Friedenssymbol senden zu können.
Bildungsreferent
Jan-Hinderk Scholljegerdes
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